Wildunfall im Saarland: Der komplette Leitfaden zur Schadensregulierung und Beweissicherung
- Cetin Özkul

- 22. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Das Saarland ist wunderschön grün – doch die vielen Waldgebiete rund um Völklingen, St. Wendel oder den Warndt bei Saarbrücken bergen Gefahren. Besonders im Herbst und Frühjahr steigt die Zahl der Wildunfälle drastisch an. Ein Zusammenstoß mit einem Wildschwein oder Reh ist nicht nur ein Schock, sondern zieht oft einen Rattenschwanz an bürokratischen Problemen nach sich.
Wie verhalten Sie sich richtig? Wer zahlt den Schaden? Und warum brauchen Sie einen Gutachter? Dieser Leitfaden klärt auf.

Schritt-für-Schritt: Richtiges Verhalten am Unfallort
Unfallstelle sichern: Warnblinker an, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen. Eigenschutz geht vor!
Polizei informieren: Bei Wildunfällen im Saarland sollten Sie immer die Polizei rufen oder den zuständigen Jagdpächter informieren lassen. Sie benötigen zwingend eine Wildunfallbescheinigung für die Versicherung.
Fotos machen: Dokumentieren Sie die Unfallstelle, Bremsspuren und das tote Tier (falls auffindbar). Fassen Sie das Tier niemals an (Tollwut, Parasiten, Verletzungsgefahr durch noch lebendes Wild)!
Fahrerflucht? Nein. Ein Wildtier anzufahren ist keine Straftat. Aber: Einfach weiterfahren und das Tier leiden lassen, verstößt gegen das Tierschutzgesetz und kann als Unfallflucht gewertet werden, wenn z.B. Leitplanken beschädigt wurden.
Wer zahlt den Schaden? (Teilkasko vs. Vollkasko)
Schäden durch "Haarwild" (Reh, Wildschwein, Hirsch, Fuchs) werden in der Regel von der Teilkaskoversicherung übernommen. Dies hat den Vorteil, dass Sie in Ihrer Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) nicht hochgestuft werden. Bei Unfällen mit Vögeln oder Haustieren (Hund/Katze) zahlen manche Basistarife nicht – schauen Sie in Ihre Police ("Erweiterte Wildschäden").
Weichen Sie einem Tier aus und landen im Graben, ohne das Tier zu berühren, ist die Beweislage oft schwierig ("Rettungskosten"). Hier ist ein Gutachten zur Plausibilitätsprüfung essenziell.
Warum ein Gutachter bei Wildschäden wichtig ist
Viele Autofahrer denken: "Die Versicherung schickt ja jemanden." Doch Vorsicht! Der Gutachter der Versicherung arbeitet im Auftrag der Versicherung. Sein Ziel ist es oft, die Kosten niedrig zu halten.
Das Problem der versteckten Schäden: Ein Aufprall mit einem 80 kg schweren Wildschwein bei 70 km/h setzt enorme Kräfte frei. Oft sieht man von außen nur eine gebrochene Stoßstange und einen kaputten Scheinwerfer. Doch dahinter liegen:
Kühlerpakete und Klimakondensatoren
Längsträger und Crashboxen
Sensoren für Airbags und Notbremsassistenten
Wir von IFS (Ihre Gutachter für Saarbrücken, Saarlouis und Neunkirchen) demontieren im Zweifel Bauteile, um das volle Schadensausmaß zu dokumentieren. Nur so stellen Sie sicher, dass die Versicherung auch wirklich alles bezahlt und Sie nicht auf Folgeschäden sitzen bleiben.
Reinigen Sie das Fahrzeug nicht vor unserer Besichtigung! Haare und Blutspuren sind wichtige Beweise für die Teilkaskoversicherung.







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